DER UNTERSUCHUNGSWAHN

Sie kennen sicherlich das Problem, dass bei einem Symptom, das nicht klar ist, die ganze Möglichkeit an Medizintechnik eingesetzt wird mit dem Ziel, am Ende eine Diagnose zu bekommen, nach der Sie dann behandelt werden können. Ein für den Homöopathen eigenartiges Vorgehen, denn ausschlaggebend sind – da werden Sie mir zustimmen – die Symptome, die sie spüren. Hier ist für mich der/die PatientIn Fachmann/frau. Nur Sie können mir sagen, was sie spüren, welchen Charakter ihre Symptome haben, wodurch sie besser oder schlechter werden. Keine Maschine kann das. Dieses Bewusstsein macht Untersuchungen zwar nicht überflüssig, doch ist es ungeheuer wichtig ist, dass Sie zuerst einmal selbst ihren Körper beobachten. Sie haben die Verantwortung für ihn und Störungen führen in aller Regel frühzeitig zu Symptomen. Es muss für den Homöopathen nicht immer erst zu schweren Strukturveränderungen kommen, um behandeln zu können.


Genau darin liegt aber für mich der größte Kritikpunkt der sog. Vorsorgeuntersuchungen, die aber nicht im geringsten Vorsorgen, sondern im besten Fall zu einer Früherkennung schwerster Krankheiten führen. Typisch ist hier z.B., dass öffentlich der große Nutzen der Mammographie -die jetzt standartmäßig bei allen Patientinnen eingesetzt werden soll – propagiert wird, andererseits hierdurch nur 10 % der Brusttumoren der Frau gefunden werden. Die restlichen 90 % werden von den Frauen selbst entdeckt. Da frägt man sich schon, wo jetzt der große Nutzen einer sehr belastenden Untersuchung zu sehen sein soll. Lange vor Ausbruch von Krebs, oft über Jahre oder Jahrzehnte signalisiert der Körper mit Symptomen, die kaum ein Mediziner erfassen kann, da sie zu keiner Diagnose kommen und damit nicht behandelbar sind. Nun soll die Beobachtung des eigenen Körpers nicht dazu führen, hypochondrisch in jedem kleinen Symptom eine schwere Krankheit zu vermuten, sondern eine Basis für eine treffende homöopathische Behandlung bieten, mit der versucht wird, genau diese schweren Krankheiten nach Möglichkeit zu vermeiden. Dies wird nicht in jedem Fall möglich sein, doch zeigt sich in der Praxis, dass selbst in fortgeschrittenen Fällen, in denen es schon zu solch schweren Veränderungen kam, immer noch eine Verbesserung oder gar Heilung möglich ist.


Die Prinzipien hierzu sind auf anderen Seiten beschrieben, weshalb ich hier nicht darauf eingehen werde.


Immer wieder gehen Patienten, deren Symptome sich nicht veränderten zum Arzt, um es wieder mal überprüfen zu lassen oder auch aus Ungeduld. Der folgende Befund bringt u.U. eine diagnostische Lawine ins Rollen, wobei viele dieser Untersuchungen eine nicht zu vernachlässigende Belastung für den Körper mit sich bringen (Röntgen, CT, Szintigraphie, Biopsie, Ultraschall usw.). Hierauf erfolgt häufig eine Beratung, die eine dringendes Eingreifen notwendig erscheinen lässt. Wenn ich dann von den Patienten benachrichtigt werde, ist oft meine erste Frage, was sich denn an ihren Symptomen verändert hätte, worauf meist die Antwort kommt, dass diese eigentlich gleich geblieben seien. Nun soll mir einer sagen, was durch den medizinisch-technischen Untersuchungsbefund für eine neue Situation entstanden sein soll, die so dringend erfasst werden muss.


Darüber hinaus führen fast alle Untersuchungen zu falsch-positiven und falsch-negativen Ergebnissen, d.h. im einen Fall wird diagnostiziert, was gar nicht vorhanden ist, im anderen Fall nicht gefunden, was dringend behandelt werden müsste. Es gibt hier geschätzte Zahlen, wie viele Untersuchungen, Operationen, Verordnungen, Bestrahlungen ... durchgeführt werden, die nicht notwendig gewesen wären und das alles mit dem Risiko, dass der Patient schon durch die Untersuchung zu Schaden kommen kann.


Weiter gibt es Laborparameter, die nach neuen Überprüfungen keine Aussagekraft besitzen, nach denen aber seit vielen Jahren schwere Medikamente verordnet werden. Stellvertretend möchte ich hier den Cholesterinwert nennen. Nicht nur, dass er willkürlich auf einen niedrigen Wert gesetzt wurde um ein möglichst großes Patientenkontingent zu erfassen, er scheint überhaupt keine der beschworenen Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ähnliche zu haben. Ganz im Gegenteil neigen Menschen mit sehr niedrigem Cholesterinwert vermutlich vermehrt zu Depressionen, die bekanntermaßen ein sehr wichtiger Faktor bei Selbstmorden sind. Dies lässt sich fast nur noch mit medizinischer Schizophrenie bezeichnen – Dinge zu sehen, die gar nicht da ist. Ich wage kaum daran zu denken, welche Ergebnisse uns in künftigen Jahren von der Medizin-Forschung, wie auch deren Kritiker noch vorgelegt werden und kann mich hier des Gedankens kaum erwehren, dass es für den einzelnen Menschen wahrscheinlich besser wäre, unsere jetzige Medizin wäre nicht mehr bezahlbar (was sich wohl eh so zu entwickeln scheint), denn wie kann man guten Gewissens einen Kranken einem nicht weniger kranken System überlassen.


Ein Gegensatz hierzu war für mich die Elektroakupunktur. Durch diese Messung wird sehr frühzeitig eine Verschiebung im Energiegefüge der Meridiane feststellbar ohne dass der Körper in irgendeiner Weise beschädigt würde. Zudem treten diese Verschiebungen auf, bevor Laborwerte sich verändern oder Strukturveränderungen stattfinden, die dann bildtechnisch erfasst werden könnten. Dies war für mich ein wichtiger Grund, sie in die Praxis zu integrieren.


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